Straßenkinder werden Studenten

Nach fast einem Jahr trafen wir im März 2013 „unsere“ AYUDA-Stipendiaten wieder. Seit 2009 unterstützt AYUDA acht Jugendliche aus einem Armenviertel in La Matanza auf ihrem Weg einer Universitäts-  oder Fachschul-Ausbildung.

Nicht nur die Jugendlichen, auch wir waren aufgeregt und sehr gespannt, wie dieses Jahr unseres Stipendiaten-Projekts verlaufen war. Unser Treffen fand abends 18 Uhr im kleinen Gemeinde-Zentrum statt. Das schlichte flache Gebäude ist das Herz des „barrios“. Ist Ort für Gottesdienste, Taufen und Trauerfeiern. Hier finden Alphabetisierungskurse für Erwachsene und Nachhilfe für die Kleinen statt.

Eckdaten

Ort:La Matanza/Provinz Buenos Aires
Jahr:2013
Projektbesuch   Marina Sikora u. Joachim Welter

Noch vor der Gesprächsrunde der Stipendiatengruppe waren wir bei der Nachhilfe für die Kleinen eingeladen. Hier helfen Yohanna, Melissa, Antonella und Lorena den Jüngeren des barrios bei Mathe und Schreibübungen. Strahlend übergaben uns die kleinen Mädchen ihr glitzerndes selbst gemaltes Plakat mit dem „Gracias“ ans AYUDA-Team.

Tatsächlich ist wirklich ein „Bildungs-Netzwerk“ entstanden im barrio. Wer Wissen und Können abzugeben hat, tut dies. Alle Stipendiaten sind in Nachhilfe und Arbeitsgemeinschaften aktiv. Spaßmacher Rodrigo macht Fachabitur und Berufsausbildung parallel an einem Technikum, spielt Gitarre, leitet eine Arbeitsgemeinschaft im barrio.

 

Die  Stimmung dann ab 18 Uhr war  kaum zu unterscheiden von einem Treffen junger Studenten in  anderen Teilen der Welt. Jugendliche, die ausgelassen und lautstark lustige Begebenheiten aus dem Studentenleben austauschten, immer wieder brachen Einzelne in fröhliches Lachen aus. Antonella hockt mit Joachim über unserem AYUDA-Traumkalender 2011 – sie schmunzelt: Antonella ist das „September-Mädchen“. Mate macht die Runde. Sehr schnell konnten wir hören und sehen: Aus den zum Teil sehr schüchternen Jugendlichen werden selbstbewusste Studentinnen und Studenten.

Melisa hat ihr Studienbuch mitgebracht, sichtbarer Beweis ihres Studenten-Daseins. Sie erzählt, dass es ihr NATÜRLICH nichts ausmache, jeden Morgen um 4:45 aufzustehen, weil sie mit Bus und Bahn eineinhalb Stunden braucht, um ins Zentrum von Buenos Aires an ihre Uni zu kommen. „Warum soll es mir etwas ausmachen, ich fahre doch zu meiner UNI!"

In den Familien der Jugendlichen gibt es niemanden mit Erfahrungen eines Studiums. Die jungen Studenten werden deshalb von 2 Tutoren begleitet: AYUDA finanziert das Honorar für eine Psychologin und einen Sozialarbeiter, welche die Jugendlichen in allen Fragen und Problemen zur Seite stehen. In den Semesterferien werden gemeinsame Exkursionen für die kleine Studentengruppe organisiert, wie zum Beispiel zur Sternwarte Buenos Aires.

 

STUDIEREN ist dank AYUDA nun nicht mehr nur ein Traum, sondern ein Wort wie viele andere, wie vielleicht Baum oder Autobus, für Rodrigo, Melissa und die anderen Stipendiaten. Aber ohne diese letzten 12 Monate wäre es ein Wort geblieben aus dem Jenseits, zwar aus dieser Welt, aber aus dem Jenseits dieser Welt, für Jugendliche aus dem barrio „22 de enero“ nicht zu haben.

 

Im Namen aller AYUDA-Stipendiaten: Herzlichen Dank für Ihre Hilfe! 

Marina Sikora

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